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Gustav König, der „Lutherkönig“: Bilder zum Leben des Reformators

Kaum ein Künstler hat das Bild prägen können, das wir uns heute von Martin Luther machen, wie der Maler und Zeichner Gustav König. Seine Bilderfolge zum Leben des Reformators erschien um die Mitte des 19. Jahrhunderts – unsere Blätter stammen aus der Ausgabe von 1851 – und wurde so bekannt, dass man König bald nur noch den „Lutherkönig“ nannte.

Luthers Geburt in Eisleben – Blatt aus Gustav Königs Lutherzyklus
Luthers Geburt in Eisleben – Blatt aus Gustav Königs Lutherzyklus

Der Lutherkönig

Gustav König wurde 1808 in Coburg geboren und studierte in Nürnberg und München. Sein Hauptwerk trägt den Titel „Dr. Martin Luther der deutsche Reformator in bildlichen Darstellungen“. In zahlreichen Szenen erzählt es Luthers Leben von der Geburt in Eisleben bis zum Tod: die Schulzeit, das Gewitter bei Stotternheim, den Eintritt ins Erfurter Augustinerkloster, den Thesenanschlag, den Reichstag zu Worms, die Zeit auf der Wartburg, die Bibelübersetzung, die Ehe mit Katharina von Bora.

Was Königs Blätter von älteren Lutherbildern unterscheidet, ist ihre erzählerische Kraft. König zeigt nicht das Denkmal, sondern den Menschen: den Studenten, der im Gewitter zu Boden geworfen wird, den Mönch, der als jüngster im Kloster den Wassereimer trägt, den Vater am Krankenbett. Jede Szene ist so komponiert, dass man sie auch ohne Text versteht.

Ein Bilderbuch für das protestantische Bürgertum

Die Folge erschien in der Zeit vor der Revolution von 1848, als sich das Bürgertum auf seine eigene Geschichte besann. Luther war für die Protestanten Deutschlands nicht nur Reformator, sondern nationale Leitfigur. Königs Blätter hingen in Schulen, Pfarrhäusern und Wohnstuben, wurden in Bibeln eingebunden und in Zeitschriften nachgedruckt. Bis ins 20. Jahrhundert hinein prägten sie, wie sich die Menschen Szenen aus Luthers Leben vorstellten.

Luther im Gewitter bei Stotternheim, 1505 – nach Gustav König
Luther im Gewitter bei Stotternheim, 1505 – nach Gustav König

Die Blätter erkennen

Viele Blätter tragen Königs Monogramm „GK“, meist klein in einer Ecke. Die Stiche sind in feiner Linienmanier ausgeführt, mit einer für die Zeit typischen klaren, fast zeichnerischen Strichführung. Unter den Bildern stehen oft kurze Bildtitel wie „Luther übersetzt mit Hilfe Melanchthons die Bibel“.

Königs Lutherbilder bei Historienbilder

Wir haben eine Reihe von Blättern aus dem Zyklus restauriert und als Kunstdrucke aufgelegt:

Neu im Sortiment: Inzwischen haben wir über dreißig weitere Blätter aus Königs Folge restauriert – von Luthers Schulzeit bei Frau Cotta in Eisenach über die Leipziger Disputation, die Verbrennung der Bannbulle und den Reichstag zu Worms bis zu Luthers Tod und Begräbnis. Alle Blätter finden Sie in der Kategorie Martin Luther und die Reformation.

Dazu kommen zwei Plakatdrucke mit Lutherstätten, die mehrere Szenen auf einem Blatt vereinen. Alle Motive finden Sie in der Kategorie Martin Luther und die Reformation – als Kunstdruck auf Bütten für Gemeinde, Konfirmation oder Reformationstag, für Kirchengemeinden und Museen auch mit Paketrabatt.

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