Wer in unserem Shop nach Stadtansichten des 19. Jahrhunderts stöbert, stößt immer wieder auf denselben Namen: A. H. Payne. Hinter dem Kürzel steht ein englischer Stahlstecher, der in Leipzig eine der produktivsten Bildwerkstätten seiner Zeit aufbaute – und dessen Blätter bis heute zu den schönsten Ansichten deutscher Städte gehören.

Ein Engländer in Leipzig
Albert Henry Payne wurde 1812 in London geboren und lernte dort das Handwerk des Stahlstechers. 1838 kam er nach Leipzig, damals das Zentrum des deutschen Buch- und Verlagswesens. Dort gründete er eine eigene Kunstanstalt, die er nach englischem Vorbild führte: Zeichner, Stecher und Drucker arbeiteten unter einem Dach, und die Blätter wurden in hohen Auflagen an Abonnenten verkauft. Payne blieb in Leipzig bis zu seinem Tod im Jahr 1902.
Sein bekanntestes Werk ist „Payne’s Universum und Buch der Kunst“, eine Bildzeitschrift, die ab den 1840er Jahren in Lieferungen erschien. Jedes Heft brachte mehrere Stahlstiche: Städte und Landschaften aus aller Welt, berühmte Bauwerke, Reproduktionen bekannter Gemälde und Genreszenen. Für ein bürgerliches Publikum, das noch nicht reisen konnte, war das Universum ein Fenster in die Welt.
Warum Stahlstich?
Der Stahlstich war in den 1820er Jahren in England entwickelt worden. Gegenüber dem Kupferstich hat die Stahlplatte einen entscheidenden Vorteil: Sie ist viel härter und nutzt sich beim Drucken kaum ab. Von einer Platte ließen sich Tausende Abzüge ziehen, ohne dass die feinen Linien verschwammen. Genau das machte den Stahlstich zum idealen Verfahren für Zeitschriften mit großer Auflage – und erlaubte zugleich eine Feinheit der Zeichnung, die bis heute beeindruckt. Mehr zu den Verfahren lesen Sie in unserem Beitrag über Stahlstiche.
Die Souvenirblätter
Eine Besonderheit aus Paynes Werkstatt sind die Souvenirblätter: Ein großes Hauptmotiv wird von kleinen Vignetten umrahmt, die die wichtigsten Bauwerke einer Stadt zeigen – Rathaus, Kirchen, Denkmäler, Promenaden. Ein einziges Blatt fasst so den Charakter einer ganzen Stadt zusammen. In unserem Sortiment finden Sie solche Blätter unter anderem von Hamburg, Dresden, Potsdam, Salzburg, Wien, Köln und Magdeburg.

Zeichner und Stecher
Auf vielen Blättern stehen unten zwei Namen: links der Zeichner („del.“ für delineavit, „hat gezeichnet“), rechts der Stecher („sc.“ für sculpsit, „hat gestochen“). Payne arbeitete oft mit dem Zeichner A. Carse zusammen – etwa beim Berliner Stadtschloss oder bei Schloss Windsor. Manchmal war Payne selbst der Zeichner und Carse der Stecher, wie bei der Ansicht von Gotha. Wer die Signaturen liest, kann ein Blatt also recht genau einordnen.
Payne-Blätter in unserem Shop
Wir haben eine ganze Reihe von Stahlstichen aus Paynes Universum restauriert und als Kunstdrucke neu aufgelegt. Neben den Souvenirblättern gehören dazu Einzelansichten wie Chemnitz, Schloss Altenburg, die Katholische Kirche in Leipzig, Wittenberg und der Magdeburger Dom mit den Schiffmühlen – aber auch Genrebilder wie „Die Vierländerin“ oder Gemäldereproduktionen nach Rembrandt.
Alle Motive gibt es auf Leinenpapier oder Hahnemühle-Büttenpapier von DIN A6 bis DIN A3, viele auch als Leinwanddruck. Die vollständige Auswahl finden Sie in der Kategorie Stadtansichten und Landschaften.
